Sonntag, 10. April 2016

*****GASTAUFTRITT FLORIAN****** Ausflug Mount Cook und Umgebung


Da ich schon vor hatte mein Auto recht bald zu verkaufen, hatten wir vor in unseren freien Tagen nochmal so viel wie möglich damit zu sehen. Zurzeit verkaufen nämlich alle Backpacker in Christchurch ihr Auto und treiben somit die Preise in den Keller. Also dachten wir uns besser früh mit dem Verkaufen anfangen eh wir zum Schluss auf dem Auto sitzen und unsere Flüge gehen. Dennoch wollten wir natürlich noch einiges vom Landesinneren der Südinsel sehen, denn wie Conny schon meinte mussten wir so zügig wie möglich nach Christchurch und haben dabei viele Sehenswürdigkeiten erstmal ausgelassen. Also warum nicht solange das Auto noch da ist es ausnutzen.

Nachdem wir ordentlich ausgeschlafen hatten machten wir uns also von Christchurch auf den Weg zurück Richtung Süden. Da wir aber sehr spät losgefahren sind kamen wir nicht weit und übernachteten erstmal auf der Hälfte der Strecke zum Mount Cook auf einem Campingplatz bei Timaru, einem Ort durch den wir letztes Mal nur hindurchgefahren sind. Auf dem Campingplatz trafen wir eine nette deutsche Familie wo die Eltern vor neun Jahren selber Backpacker in Neuseeland waren und nun noch einmal mit ihren Kindern zurückgekommen sind. Lustiger weise erzählten sie uns, dass schon damals alles voller Deutschen war und sie das Gefühl haben, dass die Autos von ihrer Backpackergeneration heute immer noch rumfahren was man ihnen sofort glaubt :D

Am nächsten Tag ging es weiter. Als erstes fuhren wir weiter an der Küste entlang nach Oumaru, eine hübsche Kleinstadt in der wir das Steampunk Museum besuchten, das uns von Freunden empfohlen wurde. Dort waren lauter wirre riesige Apparate zu sehen bei denen Lampen in allen Farben blinkten und auch sonst allerlei kreatives Zeug. Nach unserem Besuch wussten wir dann auch was Steampunk überhaupt genau ist. Es ist ein Stil der an die Vorstellung der Menschen des 19. Jahrhunderts von der Zukunft angelehnt ist. Demnach sieht eine Zeitmaschine ganzschnell mal aus wie eine verrückte blinkende Dampfmaschine die eine Uhr antreibt. Ich würde es kurz gesagt als klobige Technik beschreiben. (sorry an alle Österreicher die das Wort nicht kennen :P) Nach dem Museum war es schon recht spät geworden. Als wir dann auch noch ganz unserem Alter gemäß einen Spielplatz im Steampunk Stil entdeckten, an dem man nicht einfach so vorbeigehen konnte, mussten wir uns beeilen, um es noch zum Aboretum zu schaffen. Dort gab es Wallabies (kleine Kängurus) und noch viele weitere Tiere zu sehen. Eine Art Mini Zoo sozusagen. Gegen 11 Uhr abends kamen wir dann endlich auf unserem geplanten Campingplatz in Omarama nahe am Mount Cook an. Dort mussten wir das Zelt dann im Scheinwerferlicht des Autos aufbauen und gingen dann auch schlafen. Eigentlich hatten wir vor am nächsten Tag auszuschlafen, aber da sich der Campingplatz als eine Grasfläche ohne jeglichen Schatten herausstellte, wachten wir früh am Morgen auf, denn im Zelt waren gefühlte 50°C. Der Plan war erst am nächsten Tag zum Mount Cook zu fahren, da aber das Wetter so gut wie lange nicht war, beschlossen wir es sofort zu machen. Der Mt. Cook ist mit 3724m Neuseelands höchster Berg. Allein die Fahrt dorthin war traumhaft schön. Vor einem türmen sich  die Schnee bedeckten Bergspitzen der Südalpen mit dem Mt. Cook auf. Links der Straße ist ein dichter Wald und rechts liegt der Lake Pukaki, ein See voll mit eisblauem Gletscherwasser. Da man auf den Mt. Cook selbst ohne Kletterausrüstung nicht hinaufkommt, beschlossen wir einen der Nachbarsberge zu hinauf zu wandern. Der Track für den wir uns entschieden hatten führte zur Muellers-Hut. Er war als ein 7h dauernder return Weg angegeben von dem wir nur Gutes gehört hatten. Dummerweise war es schon mittags, da viel Zeit für Fotostops auf dem Weg flöten gegangen ist. Also hieß es schnell hoch da!

Der Weg fing ganz entspannt an. Nach und nach kamen ein paar mehr Treppenstufen, aber doch sehr machbar. Irgendwann waren es dann nur noch Treppenstufen. Die pralle Sonne und die Steigung machten Conny nicht sehr glücklich. Wie ich später herausfand war es auch nicht die beste Idee sie damit aufzumuntern, dass ich gelesen hatte es geht nach den ersten 1780 Treppenstufen ohne Stufen noch einmal mindestens genauso lang über Felsen und Geröll weiter bergauf geht.  Nach einer ausführlichen Diskussion mit Conny, warum man sich sowas freiwillig antut waren wir nach 3,5h auf dem Gebirgskamm angekommen. Man hatte einen super Überblick über die Gletscher, die wir bisher nur von der anderen Seite auf der Westcoast gesehen hatten. Auch Mount Cook konnte man hervorragend betrachten. Die Hütte selbst war allerdings nicht zu sehen. Dafür wehte aber ein ordentlicher Wind. Wir probierten nicht weggeblasen zu werden während wir den Wegmarkierungen folgten bis wir endlich an der Muellers-Hut waren. Die Hütte war ziemlich groß und modern, also keine typische Almhütte. Eigentlich wollten wir auf der Hütte eine Suppe essen, aber wie wir schon mehrfach festgestellt haben sind Neuseeländer nicht sehr geschäftstüchtig und es gab dort oben natürlich nichts. Zum Glück hatten wir selber ein bisschen Essen mit. Nach einer Pause machten wir uns schnell wieder auf den Rückweg, denn wir waren die Letzten die nicht auf der Hütte übernachteten und der Wind wurde immer stärker. Für den Abend waren Windgeschwindkeiten über 100 km/h angekündigt. Den steilen Berghang wieder bergab zu gehen gestaltete sich einfacher als gedacht und so waren wir nach 6,5h wieder unten angekommen. Nachdem wir in einem Shelter im Dorf am Fuß des Berges gekocht hatten fuhren wir abends zurück zum Zelt was wir auf dem Campingplatz stehen gelassen haben.

Am nächsten und somit letzten Tag unseres Powerausfluges sind wir nach einer wohlverdienten Dusche zuerst zum Ufer des Lake Pukaki gefahren. Dort haben wir viele hübsche Fotos gemacht mit dem Mount Cook im Hintergrund. Außerdem waren Nadine und Kathy zufällig auch dort und wir haben mehrere Stunden in einem Lachsgeschäft Karten gespielt und geredet bis wir rausgeschmissen wurden, dann ging es halt draußen auf dem Boden weiter. Danach sind wir weiter zum benachbarten Gletschersee, dem Lake Tekapo. Wir hatten vor dort zu campen, weil man dort besonders gut die Sterne und die Milchstraße sehen könne. Der Campingplatz war aber einfach nur überteuert und nicht windgeschützt, also beschlossen wir weiterzufahren. Sterne kann man hier eh überall toll sehen.
Schlussendlich haben wir dann auf einem Free Campingplatz umgeben von Schafen in der Pampa übernachtet. Unsere aller letzte Nacht im Zelt und wir waren auch echt froh darüber, denn es war ziemlich kalt. Am nächsten Tag fuhren wir früh los zurück nach Christchurch, denn Conny hatte ein Jobinterview bei der Agentur, über die ich auch meinen ersten Job vermittelt bekommen habe.

Alles in allem war der Ausflug ziemlich leiwand :D

TÜTE, TÜTE, TÜTE!!!

Liebe Grüße vom Piefken

Dienstag, 5. April 2016

Christchurch Part 1- Zwei Unterkünfte, unser erstes Erdbeben und eine mühsame Jobsuche

Für die erste Woche hatten wir bei Prudences Haus ein Zimmer gemietet. Sie und ihr Freund Fuad haben ein Haus Nahe dem Zentrum mit zwei freien Zimmern und einem Gästebad. Die Küche teilen sich alle zusammen. Prudence ist aus Neuseeland und Fuad aus Nigeria. Beide sind Mitte 30 und wirklich sehr liebenswert. Sie arbeitet im Sozialbereich mit Behinderten und ist bei Krebshilfe Stiftungen und er arbeitet als Security bei einer Mall und am Wochenende als Türsteher im Club. Das passt auch sehr zu seinem Aussehen :D
Fuad ist wirklich ein cooler Typ, wenn er auch seine Eigenheiten hat. Beispielsweise kocht er sich jeden Tag das selbe Essen. Reis mit Hühnerkeulen, Tomaten, getrockneten Shrimps und komischen Gewürzen, der Geruch ist auch wirklich gewöhnungsbedürftig. Die Beiden kochen extra, sie isst meistens fast Food, und sie essen IMMER beim Fernseher. Der schöne große Tisch wird nur von uns Gästen benutzt. Ihr Lebensstil ist wirklich sehr amerikanisch. Das Haus ist echt groß, man hat genügend Platz und unsere Zimmer sind sehr gemütlich. Wenn auch Fuad und Prudence sehr unordentlich sind und die Küche oft ecklig ist, fühlen wir uns wirklich sehr wohl. Man fühlt sich wirklich aufgenommen und wie zuhause. Auch wenn man Hilfe braucht ist Prudence immer für einen da. Schon gut auch jemanden hier zu haben, an den man sich wenden kann.
Man glaubt gar nicht wie sehr man nach fast 2 Monaten auf ein normales Haus mit Bett, Dusche, Küche und Wlan freut. Der reine Luxus. Man lernt sowas wirklich erst zu schätzen, wenn man es nicht hat..

Christchurch ist die Erdbebenstadt und das kann man auch heute noch deutlich sehen. 2010 gab es bereits ein Erdbeben der Stärke 7.3. Das war aber eher außerhalb, also nicht im City Centre. Damals war aber auch schon einiges kaputt gegangen, aber es gab keine Tote, da die meisten zuhause in ihren Betten waren. Die Bewohner konnten ihre Schäden an den Häusern melden und die Stadt übernahm die Kosten. 2011 war dann zwar ein weniger starkes (6.3) als 2010 , aber es war genau im Zentrum, wo wirklich fast alles zerstört wurde. Man kann die Schäden größtenteils noch heute sehen und überall sind Baustellen und Kräne. Die Stadt hatte ja 2010 bereits einiges an Geld ausgegeben, somit konnte der Wiederaufbau kaum mehr finanziert werden. Vor allem im Jahr 2011 gab es viele Verletzte auch Tote, da das Erdbeben tagsüber stattfand. Einige Bewohner verließen daraufhin die Stadt und kamen nie wieder zurück. Der ganze Wiederaufbau kostet geschätzt 40 Mrd.$ und wird noch fast 20 Jahre dauern. Schon schlimm, was so ein Erdbeben anrichten kann.
Generell sind hier andauernd Erdbeben, viele spürt man gar nicht. Auf geonet.nz kann man sehen, wo aktuell Erdbeben sind und deren Stärke etc.
Irgendwie wollten wir auch mal eins miterleben, aber natürlich kein Starkes. In unserer zweiten Nacht in Christchurch war es dann bereits auch soweit. Um ungefähr halb vier sind wir von einem der Stärke 4,3 aufgewacht, was schon als stark bezeichnet wird. Es war wirklich gruselig! Gott sei Dank war es kaum länger als ein paar Sekunden, doch trotzdem stand ich danach etwas unter Schock und wollte das auf keinen Fall nochmal erleben. Man kaum beschreiben wie sich so etwas anfühlt, aber es ist nicht schön. Auf geonet stand auch es war ein Starkes. Jedenfalls war das Erdbeben in den nächsten Tagen auch in aller Munde.

Unsere erste Woche in ChCh verbrachten wir hauptsächlich mit der Jobsuche. Somit fuhren bzw gingen wir durch die Stadt, fragten überall nach Jobs und verteilten unsere Lebensläufe. Für mich war das Anfangs wirklich eine Herausforderung, doch mit der Zeit wars okay. Ich verteilte in 4 Tagen sicher über 20 CV's und es hat sich nur einer zurückgemeldet. Echt frustrierend!
Mich hatte also der Chef vom City Centre Motel angerufen und meinte ich soll zum Bewerbungsgespräch kommen. Schön und gut, also stand ich am nächsten Tag hübsch hergerichtet dort. Und was war? Ich wurde sofort mit einer anderen zum Putzen eingeteilt ohne, dass es mir vorher irgendwas gesagt wurde. Ich wusste nichts von meinen möglichen Arbeitszeiten, meinem Gehalt, wie oft ich arbeiten muss oder sonst was. Noch dazu wartete Flo im Auto auf mich, wir dachten ja ich hab nur ein Bewerbungsgespräch. Es war auch wirklich unangenehm in meinem hübschen Outfit zu putzen. Da ich ja nicht wusste, dass ich da gleich arbeiten muss, musste ich bereits auch schon um 1 Uhr gehen, weil Flo dann durch eine Agentur einen Job bekam. Er arbeitete von 2 bis 10 Uhr abends in einer Wollefabrik. Nach meinem sehr eigenartigen Probearbeiten meinte der Boss er ruft mich an. Natürlich hat er aber nicht angerufen und ich musste ordentlich Druck machen. Wir wollten nämlich bereits bei Prudence verlängern, aber ohne Job hätte ich nicht bleiben können und wir hätten in die nächste Stadt müssen. Zusätzlich hatte ich auch nur noch ein Monat Zeit um zu arbeiten, da mein Visum bereits ein Monat später abgelaufen ist.
Erst zwei Tage später sagte mir dann der Boss ich müsste nochmal kommen und zwei Units alleine putzen und die Managerin entscheidet dann. Was zur Hölle? Wofür war ich dann vorher da gewesen? Es war einfach alles so komisch und ich war wirklich schon genervt und frustriert.
Am nächsten Tag mussten wir dann auch noch Unterkunft wechseln, weil Prudence ausgebucht war. Also hatten wir für die nächsten drei Nächte woanders gebucht. Das war aber auch noch am A. der Welt. Flo arbeitete dann auch noch einen Tag in der Wollefabrik und ich war den ganzen Tag alleine, versuchte noch paar Lebensläufe loszuwerden und war genervt, dass ich dann auch noch ewig zur anderen Unterkunft mit dem Bus fahren musste. Das war echt alles wirklich eine schwierige Zeit.
Die Unterkunft war bei einer Taiwanesin und ihr Mann war Franzose, die beiden waren okay, aber bei Prudence haben wir uns einfach viel wohler und mehr zuhause gefühlt.
Flo hatte vom Arbeiten in der Fabrik einen ordentlichen Husten und hatte dann nach zwei Tagen auch genug davon. Gott sei Dank! Er hatte dann auch noch einen Job in einer Autovermietung bekommen, der ihm auch recht Spaß macht.
Ich hatte dann eben auch noch meinen zweiten Tag im Motel, was ganz okay war. Die Managerin ist erst 23 und somit war das ganze dann etwas entspannter. Sie meinten dann sie nehmen mich, aber nur zwei Tage die Woche. Na super das bringt mir leider auch nicht viel, aber gut. Prudence ist so lieb und hat mir auch angeboten einmal die Woche im Haus zu putzen, was ich dann auch gemacht hab. Sie war wirklich eine große Unterstützung und auch Beratung für mich.
Für die nächsten 4 Nächte hatten wir keine Unterkunft und keine Arbeit, also beschlossen wir die Tage zu nützen und Richtung Mount Cook zu fahren.

Mittwoch, 30. März 2016

Auf nach Dunedin - Tunnel Beach, die steilste Straße der Welt, G-Eazy Konzert, Trampolinwelten...bis nach Christchurch

Nach dem Aufstehen, Zelt abbauen, Auto einräumen sind wir dann noch zum Kaka Point (ja, ein schöner Name :D) gefahren, um Paua Shells zu suchen. Ich finde sie so schön und wollte auch noch unbedingt eine haben. Dort wurden wir dann auch tatsächlich mehr als fündig. Wir haben sicher 10 Stück gefunden und uns davon die Schönsten ausgesucht.
Danach ging die Fahrt weiter Richtung Dunedin, wo wir vorher noch am Tunnel Beach hielten. Dort hin führte ein steiler Weg hinunter an die Küste. Es war wirklich wunderschön, das Wetter war perfekt.
Der Weg wieder hinauf war aber wirklich mehr als anstrengend, da sind wir schon ordentlich ins Schwitzen gekommen.
Später waren wir dann endlich in Dunedin, die Studentenstadt Neuseelands. Dort ist auch die steilste Straße der Welt. Die mussten wir uns natürlich auch anschauen, haben aber unseren Gustav da lieber nicht hinaufgejagt, sondern sind zu Fuß hinauf. Der Aufstieg war gar nicht so anstrengend, wie ich erwartet habe. Es war aber wirklich ordentlich steil. Lustig war zu beobachten wie sich die Autos da hinauf gekämpft haben und dann wieder hinunter gerast sind. Es war echt erstaunlich, wie viele Autos es tatsächlich rauf geschafft haben.
Danach fuhren wir ein bisschen außerhalb zu einem Free Campground, wo wir zufällig Theresa und Alex getroffen haben. So haben wir den Abend mit Karten spielen verbracht, was sehr nett war.

Am nächsten Tag hat es leider wie aus Schaffeln geschüttet. Geplant war irgendwo in der Stadt zu campen, aber da es geregnet hat, haben wir lieber ein billiges Hostel für eine Nacht gebucht.
Wir hatten nämlich für den Abend Tickets für G-Eazy, einen amerikanischen Rapper, gebucht. Er ist in den letzten Monaten vor allem durch den Song "Me, Myself and I" berühmt geworden. Ich kannte ihn aber durch Flo und bin auch zum Fan geworden. Er ist bei einem Studenten Festival als einer von drei Acts aufgetreten. Das haben wir uns auch nicht entgehen lassen wollen und die Karten waren auch nicht teuer.
Zuerst mal sind wir aber noch zum Hostel gefahren, waren mit Kathy und Nadine im Toitū Otago Settlers Museum und dann in unserem Hostel essen. Die Mädels haben uns dann zum Konzert hingebracht, was um 8 Uhr beginnen sollte. Wir waren also um halb 8 dort beim Stadium und haben schon lange Schlangen und Gedränge beim Eingang erwartet. Von zuhause waren wir ja gewohnt, dass schon Stunden vorher die Hölle los ist. Aber es war dort einfach nicht los. Wir dachten, wir sind vielleicht falsch und haben nachgefragt, aber wir waren richtig. Also haben wir dann den Anfang gemacht und uns beim Eingang angestellt und waren somit die Ersten!! Und das ungewollt! Wir habens echt nicht glauben können. Danach kamen langsam mehr Leute. Also waren wir auch die ersten die zum Konzert rein sind und wenn schon denn schon - wollten wir auch in die erste Reihe. Wir hatten dann den besten Platz in der Mitte der ersten Reihe. Soweit so gut, doch später wurde das noch ganz schön ungut.
Beim ersten Konzert, einem Rapper aus NZ, von dem wir einen Song kannten, wurde es schon immer schlimmer, da sich immer mehr Leute mit aller Gewalt in die erste Reihe drängen wollten. Wir wollten aber unseren Platz auf keinen Fall aufgeben. Flo hat sich dann hinter mich gestellt damit ich nicht zerquetscht werde. Beim zweiten Auftritt, eine Frau die wir nicht kannten, war es kaum noch auszuhalten. Vor allem war da eine Verrückte, die um jeden Preis in die erste Reihe wollte, obwohl sie das eh schon fast war. Sie war richtig aggressiv und hat immer und immer wieder versucht zu diskutieren,  aber wir haben sie einfach nicht vor gelassen. Wäre sie halt früher gekommen. Gott sei Dank war die neben mir sehr lieb und wir haben beide immer wieder geschaut, dass wir nicht erdrückt werden. Kurz vor G-Eazy sind dann alle noch mehr ausgerastet. Manche waren auch richtig besoffen und die Securitys haben fast durchgehend Leute aus der Menge gezerrt. Ich war auch schon so eingequetscht, dass sich die Metallstange vorne schon richtig in meinen Magen gedrückt hat. Neben mir war auch ein Typ der mir seinen Ellenbogen voll in die Rippen gedrückt hat, also manchmal wars schon echt grenzwertig. Aber als G-Eazy dann endlich da war, wars natürlich ur cool! Es ging richtig ab, er war wirklich hautnah, ich hab ihn sogar berührt! :D
War schon sehr nice und auf jeden Fall eine Erfahrung, aber ich weiß nicht ob ich nochmal in die erste Reihe möchte. Ich glaub ich bin lieber bisschen weiter hinten und kann mich dafür bewegen.
Nachher sind wir dann totmüde ins Hostel gegangen und am nächsten Tag auch schon wieder früh auf, wir hatten nämlich noch eine ganz lange Tour vor uns. Zuerst sind wir zu den Trampolinwelten gefahren und sind dort eine Stunde gesprungen. War echt lustig, aber mit der Zeit ordentlich anstrengend. Dann gings weiter aus der Stadt Richtung Christchurch. Kathy und Nadine haben wir auch schon wieder zufällig getroffen :D
Am Weg nach Christchurch gab es noch einiges zu sehen aber es ist echt ein weiter Weg, deswegen haben wir leider nicht mehr alles geschafft. Auch in Dunedin haben wir nicht viel gesehen, deswegen kommen wir auf jeden Fall nochmal zurück.
Unsere Stopps bis Christchurch:
Shag Point, wo man Robben beobachten konnte
Katiki Point, so man Pinguine sehen konnte
Moeraki Rocks - coole, einzigartige,runde Steine. Nett zum Fotos machen
Waren wirklich schöne Plätze! :)
Mehr haben wir leider auch nicht mehr geschafft und sind erst ganz spät am Abend in unserer Air bnb Unterkunft in Christchurch angekommen.

Dienstag, 29. März 2016

Die Catlins

Noch weiter südlich gings dann von Invercargill aus nach Bluff zum Stirling Point. War ganz hübsch da, aber vor allem eine gute Foto Opportunity. Dann fuhren wir durch eine Schotterstraße wieder weiter mitten in die Natur zum Slope Point, dem südlichsten Punkt Neuseelands. Für uns natürlich ein Must-Do, da wir ja bereits auch am nördlichsten Punkt (Cape Reinga) waren. Daran hat es mich auch sehr stark erinnert. Felsen, Hohe Wellen und ein extrem starker Wind. Man konnte sich fast in den Wind legen, das war ein Spaß.
Am späteren Nachmittag kamen wir dann auch bei unserem Free Campground an, wo's natürlich auch ganz schön windig war. Aber dafür direkt am Strand. In unserem Reiseführer hatten wir auch gelesen, dass man an der Curio Bay, war noch ein Stückchen Autofahrt entfernt, am Abend Pinguine sehen könnte. Also beschlossen wir uns noch auf den Weg dort hin zu machen und siehe da, wir haben sogar einen gesehen! Besonders schön war aber auch der Sonnenuntergang und das Meer :)
Da unser lieber Flo ja einen super Orientierungssinn hat, haben wir Mädels ihm auch noch einen bösen Streich gespielt :P Als er noch auf der Toilette war, haben wir das Auto schnell umgeparkt und er hats natürlich nicht gefunden und dachte schon er ist wirklich schon so doof. Wir haben das alles natürlich beobachtet und haben uns totgelacht :D hihi das war lustig.
Am nächsten Tag fuhren wir gleich nochmal zur Curio Bay hin und Nadine wollte ihren großen Traum erfüllen- mit Delfinen schwimmen. Der Strand ist nämlich auch dafür bekannt, das man dort gratis mit Delfinen schwimmen kann. Das Wetter war aber an dem Tag leider kalt, ebenso das Meer, deswegen haben sich die Mädels Anzüge ausgeborgt. Flo und ich haben uns das Spektakel erstmal von draußen aus angeschaut. Auch von dort aus konnte man die Delfine wunderbar beobachten, wie sie auf den Wellen surften umher sprangen. Auch Nadine war natürlich schwer begeistert, fast in Tränen ist sie ausgebrochen, als fünf Delfine um sie herum schwammen. Es war also ein voller Erfolg. Während die Mädels danach gerne eine Dusche wollten und zum nächsten Campingplatz aufbrachen, blieben wir noch eine Nacht auf dem Free Campground. Irgendwie wollten wir aber dann doch auch noch Delfin schwimmen und sind am nächsten Tag in der Früh noch ein drittes Mal zur Curio Bay gefahren. Das Wasser war eeeeeiiiiissskalt, das wäre nichts für meinen Papi gewesen hihi :) Aber es war wirklich toll, die Delfine sind neben uns hergeschwommen, also ein Erlebnis. Gut, dass wir das noch gemacht haben.
Später trafen wir dann auch noch die Mädels und sind in ein echt cooles Museum, The Lost Gypsy Caravan, gegangen. Dort konnte man sehen, was ein cooler Typ aus alten gesammelten Sachen zusammengebaut hat. War echt ein riesen Spaß! So kreativ, man hätte sich da ewig beschäftigen können.
Die Weiterfahrt ging zum Nugget Point Lighthouse, von dort aus man eine wunderschöne Aussicht hatte und wirklich Unmengen von Robben sehen konnte, die herum lagen oder im Wasser umher gesprungen sind. Besonders süß waren die jungen Robben, die noch ganz ungeschickt versucht haben zu laufen.
Am Abend kamen zelteten wir dann auf einem Campingplatz mit Dusche und aßen Pizza, auch mal schön, wenn man nicht kochen muss :)

Sonntag, 27. März 2016

Lost in den Clifton Caves

Nach ein bisschen Entspannung kam dann auch schon wieder die nächste Aufregung. Kathy und Nadine waren bereits schon Richtung Invercargill aufgebrochen. Geplant war, die beiden mit ein paar Zwischenstopps am Weg dort wieder zu treffen. Gesagt, getan. Erster Stopp war eine Höhle durch die man laut der Campermate App durch „spazieren“ kann. Das zu machen war natürlich wieder mal eine super spontane Aktion von uns und wir sind da einfach in die Höhle rein ohne uns groß Gedanken zu machen. Am Parkplatz waren auch ein paar andere Autos, also wird schon passen. Grade noch haben wir gelesen, dass man eventuell nass werden könnte. Also die Handys lieber im Auto gelassen, nur unsere kleine Taschenlampe mitgenommen und auch noch gekonnt das Schild beim Höhleneingang ignoriert. Na dann, auf geht’s. Je weiter man hinein ist, desto dünkler wurde es auch. Naja, Höhle halt, also kein Grund zur Beunruhigung. Eine kleine Taschenlampe zu zweit hat das ganze natürlich nicht grade einfach gemacht. Einer musste immer vorgehen und dann dem anderen leuchten. Der Weg ging immer weiter in die Höhle hinein, oftmals musste man gebückt oder sogar auf Knien krabbeln. Nach einiger Zeit wurde das dann mit nur einer Taschenlampe auch gut anstrengend. Wie oft haben wir uns gedacht: was machen wir, wenn unsere Taschenlampe kaputt wird? Trotzdem sind wir immer weiter und haben uns dann auch irgendwann gefragt, wie lange das wohl noch dauert? Ist das ein Rundweg oder gibt’s ein Ende und man muss den Weg wieder zurück? Ich war mir ziemlich sicher, dass es ein Rundweg ist während Flo meinte er glaubt wir müssen alles wieder zurück gehen. Da waren wir aber schon so weit, dass ich auch nicht mehr aufgeben wollte. Hätten wir uns doch nur besser informiert, dann wüssten wir jetzt wie weit es noch ist. Diese Erkenntnis hat uns dann aber auch nicht mehr weiter geholfen. Also sind wir einfach immer weiter den silbernen Pfeilen gefolgt, bis wir plötzlich quasi vor einem See standen, da es in den letzten Tagen viel geregnet hatte. Man konnte durch die Dunkelheit auch nicht sehen, wie tief er ist. Darin schwam auch noch ein einsamer Flip Flop. Sehr einladend!  Da wollte ich dann auch wirklich zurückgehen, aber das war einfach auch so weit. Verwundert waren wir auch darüber, dass wir in der Höhle niemand anderen gesehen haben, obwohl doch am Parkplatz mehrere Autos standen. Also waren wir erstmal ratlos und haben überlegt, wie wir am besten weitermachen. Ich war in dem Moment wirklich ratlos und wollte nur noch raus. Plötzlich hörten wir aber doch jemanden. Wenige Minuten später kam ein englischer Wanderer. Top ausgestattet mit zwei riesen Taschenlampen und Plan kam er daher. Und wir waren wieder einmal gerettet! Er wusste über alles genau Bescheid, meinte es gäbe drei Rundwege, mehrere Ausgänge und das Ende sei nahe. Als er mitbekam, dass wir zu zweit nur mit der kleinen Taschenlampe unterwegs waren, war er sehr verwundert. Er meinte beim Eingang wäre doch deutlich gestanden, man solle PRO PERSON zwei Taschenlampen haben, falls eine kaputt wird. Dann wurde uns einiges klar! Hm ja, das haben wir ja natürlich gekonnt übersehen :D
Also stampften wir dann die letzten Meter noch hinter dem Engländer her. Unter anderem musste da auch der „See“ überquert werden. Eine Herausforderung, bei der ich fast rückwärts ins Wasser gefallen bin :D auch meine Schuhe waren dann pitschnass, aber nach weiteren Leitern und abenteuerlichen Wegen, war es endlich vollbracht. Wir waren wieder wohlauf draußen und wirklich sehr froh darüber!
Nach weiteren Stopps sind wir dann auch endlich in Invercargill angekommen, wo wir Nadine und Kathy wieder trafen. Wir verbrachten noch einen schönen Abend am Lagerfeuer auf einem freien Campingplatz
J                                                                                                                                                                                                                                                                            

Samstag, 26. März 2016

Milford Sound

Wie erwartet war natürlich das Wetter auch am nächsten Tag regnerisch und trüb. Na dann auf zu Milford Sound (siehe Titelbild). Wir fuhren wieder mit Kathy und Nadine mit. Mir war leider schon seit dem Aufstehen übel, nicht unbedingt gute Voraussetzungen für eine kurvenreiche Straße. Auch Kathys rasanter Fahrstil (du weißt ichs meine, Kathy :*) war für meinen Magen nicht gerade das Beste. Am Weg bis Milford Sound machten wir noch ein paar Stopps, bis wir endlich ankamen. Dort gab es auch endlich ein trockenes Center bzw. Café, wo wir uns die restliche Zeit mit Karten spielen vertrieben. Leider wars da trotzdem ordentlich frisch und alle Leute haben immer die Tür offen lassen und es hat eiskalt reingezogen. Mit der Zeit war ich dann schon so wütend!! Mir war richtig kalt und die ganze Zeit schlecht und die konnten die Tür einfach nicht zumachen :(
Als Flo dann Essen gekocht hat, ging's mir wieder ein bisschen besser :D
Am Nachmittag kamen dann doch ein paar Sonnenstrahlen durch und wir konnten unsere Bootstour kaum noch erwarten. Doch dann die Enttäuschung. Kaum auf dem Boot angekommen hat's wieder wie aus Schaffeln geschüttet. Es war trotzdem echt cool und schön, aber durch den starken Regen und Nebel war die Sicht natürlich eingeschränkt. Anscheinend waren aber diese Wetterbedingungen für den Kapitän keine Seltenheit. Er ist äußerst entspannt am Steuer gesessen und hat quasi nebenbei das Schiff gelenkt. Also fürs weitere kein Grund zur Beunruhigung. Die Fahrt war wirklich cool. Wir  sind sogar ganz knapp an die Wasserfälle gefahren und man konnte sich sogar darunter stellen und sich "duschen". Für Camper lohnt sich das ja fast schon :D
Flo hat sich das natürlich nicht entgehen lassen, es hat ihm auch großen Spaß gemacht, ganz aufgeregt ist er am Schiff herumgelaufen.
Doch je weiter wir auf See raus gefahren sind, desto stärke wurde das Unwetter. Schließlich blitzte, donnerte und hagelte es sogar. Das war echt ganz schön abenteuerlich und für meinen Magen nicht gerade vom Vorteil. Auch der Kapitän war mittlerweile aufgestanden und nicht mehr so entspannt. So ein Unwetter gab's schon lange nicht mehr, wurde uns dann gesagt.
Es war also eine wirklich aufregende Fahrt, aber wir sind ja Gott sei Dank wieder heil zurückgekommen. Danach war wieder eine lange Autofahrt zurück nach Te Anau, dem nächst größeren Ort. Für Flo und mich war sofort klar, dass wir nicht noch eine Nacht im Auto schlafen wollen und unser Zelt war vollkommen durchnässt. Natürlich waren wir aber ganz gescheit und haben natürlich kein Zimmer vorher gebucht. Nach mehreren Telefonaten mit Hostels war schnell klar, dass absolut NICHTS mehr frei war. Ich hätte wirklich in dem Moment viel bezahlt, weil ich einfach nur noch ein warmes trockenes Bett wollte. Also hab ich mal generell im Internet nach Unterkünften gesucht. Und siehe da, ohne Ausnahme, alles ausgebucht. Na super. Es wurde immer später und die Verzweiflung größer. Das einzige freie Hostel war noch 2 Stunden entfernt. Als wir in die Richtung gefahren sind, haben wir noch bei einem Holiday Park angehalten und gehofft (es war bereits 9 am Abend). Die Rezeption war natürlich bereits geschlossen. Flo wollte schon wieder weiterfahren, als ich im Haus auf dem Private stand, Licht sah und einfach anklopfte. Da kam die Dame von der Rezeption dann auch noch raus. Zuerst meinte sie leider sind alle Zimmer vergeben und nur noch Campingplätze frei. Doch dann unser Glück! Zufällig hat hatte jemand gecancelled und wir haben wahrscheinlich das letzte Zimmer in der ganzen Umgebung bekommen. Und es war nicht mal so teuer. Wir waren SO froh! Also konnten wir in Ruhe noch das Auto ausräumen und alles trocknen. Von dem ganzen Stress wollten wir uns erstmal erholen und haben am nächsten Tag im Holiday Park entspannt und noch eine Nacht gebucht.
Ist nochmal alles gut gegangen! :)


Mittwoch, 2. März 2016

Von Queenstown bis Milford Sound

Nachdem ja der Aufenthalt in Queenstown nicht gerade das Billigste war, sind wir dann erstmal wieder an einen Free Campground gefahren, um dort zu übernachten. Am nächsten sind dann Flo, Kathy und ich noch Jetboat auf dem Kawarau River gefahren, wir haben ein super Angebot gefunden. Die Fahrt dauerte 40 Minuten und war echt cool. Vom Boot aus hats immer so ausgeschaut als würden wir gleich in den Felsen fahren, deswegen hab ich mich die ersten Male echt erschreckt :D Auch wenn das Boot sich gedreht hat sind wir immer ordentlich nass geworden. Es war also wirklich super aufregend und lustig. Nachher sind wir dann nach Cromwell gefahren und haben da den Nachmittag verbracht. Am Abend haben Flo und ich dann meine Freundinnen Stefanie und Laila in Alexandra besucht, mit denen ich seit meiner ersten Wwoofing Stelle noch immer in Kontakt bin. Wir verbrachten einen echt netten Abend in deren Hostel, wo wir lange plauderten und zusammen kochten. Ich hab mich sehr gefreut, die beiden wieder zu sehen! :)
Am nächsten Tag war wieder ordentlich Action angesagt. Es ging zurück nach Queenstown, wo Flo und ich unseren Gustav absetzten und bei Flick, Kathy und Nadines Auto, mitfuhren. Die Fahrt ging weiter nach Glenorchy und führte uns auf eine "schöne" Schotterstraße auf der wir eine gefühlte Stunde nur 10 km/h gefahren sind. Dafür waren wir dann im Paradies. Nein, leider wars doch nur ein Ort, der Paradise heißt. Wieder zurück gings dann noch ein ganzes Stück bis wir Gustav wieder hatten und weiter auf den nächsten Free Campingplatz nach Lumsden fuhren. Da gab's sogar Wasserklos und fließend Wasser, wie gut! :D
Dann war ein Librarytag angesagt, es hat nämlich nur geschüttet. Also eine gute Möglichkeit, Sachen aufzuladen und Dinge zu erledigen.
Am Abend fuhren wir dann weiter Richtung Milford Sound, um dort auf einem Freedom Campingplatz zu übernachten. Auf der Fahrt dahin hat's immer noch aus Schaffeln geschüttet. Auf einer echt schönen Straße hat's doch kurz aufgehört und wir haben ein paar hübsche Fotos gemacht. Dann meinte Flo ich könnte locker auf der geraden Straße fahren üben. Gesagt, getan, schon bin ich vorm Lenkrad gesessen und auf einer echten Straße gefahren!! Ich war ziemlich angespannt und nervös, aber ich wollte natürlich auch gerne üben. Doch dann konnte ich auf der Straße nirgends mehr stehen bleiben und musste weiter fahren. Es wurde immer kurviger und der Regen hatte auch bereits wieder begonnen, dunkler ist es auch noch geworden. Im Endeffekt musste ich dann noch die nächsten 20km bis zum Campingplatz fahren, eine echte Herausforderung. Aber wir haben überlebt, irgendwie hab ichs geschafft. Einmal hab ich die Kupplung vom armen Gustav etwas strapaziert, da ich anstatt in den Fünften in den Dritten Gang geschalten hab, aber naja. Ein ander Mal war ich auch während dem kuppeln zu stark am Gas - hat sich auch nicht so supi angehört. Gegenverkehr hatte ich natürlich und auch noch hinter mir war ein Auto. Ein ganz schöner Stress! Beim Campingplatz angekommen (es hat wie verrückt geschüttet) war ich voller Adrenalin und erzählte den anderen gleich stolz, was ich geschafft hatte.
Weils so schön ist, war das natürlich noch nicht genug Stress. Durch den starken Regen konnten wir unser Zelt nicht aufstellen, also beschlossen wir nach langem Hin und Her im Auto zu schlafen. Das heißt alles umbauen. Da wir bei dem Regen auch nicht kochen konnten, hatten die anderen dann eine "gute" Idee. Sie wollten unser Außenzelt als Plane benutzen, also zwischen zwei Autos spannen. Leider hat das aber so gar nicht funktioniert, wie sie sich das vorgestellt haben. Wir haben bestimmt eine halbe Stunde im strömenden Regen versucht das aufzubauen. Der Wille war stark, doch das half alles nichts :( Im Endeffekt haben Flo und ich dann auf das Abendessen verzichtet und sind nur noch ins Auto. ALLES war einfach waschelnass... Und wir wussten, dass es morgen um keinen Deut besser werden wird. Bei 260 Regentagen bei Milford Sound im Jahr, war die Wahrscheinlichkeit auf Sonne wirklich sehr gering.
War ja ganz lustig wieder im Auto zu schlafen, aber meinem Rücken hat das Ganze wirklich nicht gut getan :(